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„Das musikalische Erbe Beethovens an die heutigen Generationen weitergeben“ ist das Ziel des „B+“-Projektes des Beethovenorchesters Bonn, an welchem wir, der Musik-GK der Q1, seit Anfang des Schuljahres teilnahmen. Und am 19. Januar 2018 war es dann soweit: Wir durften unsere Version von Beethovens Musik auf der großen Bühne der Bonner Oper präsentieren!

Einige Monate lang beschäftigten wir uns mit dem 2. Satz, der „Marcia Funebre“ ( dt. Trauermarsch) der 3. Sinfonie, der „Eroica“ Beethovens, welche um 1803 entstand. Beethoven dachte bei dieser Musik an Helden wie Prometheus oder auch Napoleon. Aber auch heute gibt es Helden in unserem Leben!

 



Durch kreatives Schreiben zur Musik kamen uns schnell Assoziationen mit Krieg, Abschied, Reise, sowie auch Flucht. Daher haben wir uns schnell auf das Thema einer Flüchtlingsgeschichte geeinigt und diese Grundidee als Ausgangspunkt für unsere weitere Arbeit gewählt. In einer Flucht lassen sich einzelne Momente und Abschnitte kennzeichnen. Seien es Momente des Abschieds, der Erleichterung, des Triumphs oder der Unsicherheit. Diese Phasen haben wir in der Musik wiedergefunden, da der 2. Satz zum einen von Trauer (was der Name ja bereits sagt), aber auch von Hoffnung und "Licht" geprägt ist. Zudem ist jemand, der sein Leben in die Hand nimmt und versucht, über die Flucht bessere Lebensbedingungen zu erreichen, doch schließlich sein eigener Held. Er übernimmt Verantwortung für sich und vielleicht auch für andere.

 

Wir wollten sowohl musikalische Passagen, als auch Text-Passagen in unsere Aufführung einbauen und einigten uns auf einen Mittelweg, der sowohl Text als auch Musik gleichwertig für den Ausdruck unserer Gedanken beinhaltet. Die Musik sollte den Text zwar nicht untermalen, aber auch nicht im Vordergrund unserer Arbeit stehen.

 

Wir arbeiteten Texte aus „Hiob“ und anderen Theaterstücken mit Hilfe von Angela Merl (Theater Bonn) heraus und veränderten diese wenn nötig so, dass sie im Kontext Sinn ergaben. Frau Merl half uns zudem dabei, unsere Stimme sowie unsere Körperhaltung fit für die Bühne zu machen.

 

Für die Musik suchten wir Hauptmotive, passend zu Trauer, Tod aber auch Triumph, heraus und spielten diese teils original (soweit mit den Instrumenten möglich) und teils improvisiert. Außerdem entschieden wir uns dafür, bestimmte „Schnipsel“ des Trauermarsches vom Beethoven Orchester in unserer Aufführung "zitieren" zu lassen. Hierbei stand uns neben Herrn Dittmer auch Eva Eschweiler (Konzertpädagogin des Beethoven Orchesters und zuständig für die Jugendarbeit) zur Seite.

 

Nach zahlreichen Proben war schließlich der Aufführungstag da: Eine kurze Probe mit dem Orchester, dann eine Durchlaufprobe mit allen weiteren Beiträgen der anderen beteiligten Schulen und schon musste alles klappen!

 

Für uns war das ganze Projekt eine abwechslungsreiche und spannende Erfahrung, an die wir uns gerne zurück erinnern. Der Moment, an dem wir realisierten, dass das, an dem wir so lange gearbeitet haben, auch anderen gut gefiel, wandelte sich die einst mit Respekt verbundene Haltung zu der Aufführung vor 600 Zuschauern in Erleichterung um.

Silas und Daniel